Bräuche
Weihnachtsbräuche kennenlernen und verstehen
Die Lichter von Sankt Martin
Haben Sie sich eigentlich jemals schon gefragt, woher der Brauch
einen Weihnachtsbaum aufzustellen und zu schmücken stammt?
Wenn ja, laden wir Sie ein, uns auf der Suche nach der Antwort auf
diese Frage zu begleiten.
Auf der Suche nach den Wurzeln des heute aus der Weihnachtszeit
nicht mehr wegdenkbaren Weihnachtsbaumes stellen wir fest:
- unser heutiges Verständnis des Weihnachtsbaumes als fester Bestandteil des Weihnachtsfestes ist das Ergebnis einer jahrtausende anhaltenden geschichtlichen Entwicklung

- auch heute ist der Weihnachtsbaum fest in den jeweiligen
Kulturkreisen verankert, ebensosehr finden sich vielfältige
unterschiedliche Sitten und Bräuche rund um das Weihnachtsfest
verstreut über die ganze Welt
Im folgenden bieten wir dem interessierten Leser einen kleinen
Abriss der für uns interessantesten Ergebnisse unseres Streifzuges
durch die Geschichte und Brauchtümer rund um den Weihnachtsbaum:
Starten wir mit einer einfachen Frage:
Warum feiern wir eigentlich Weihnachten und warum haben wir einen
Weihnachtsbaum?
Spontan fällt einem hierzu ein: Weihnachten ist das Fest der Liebe,
eine Zeit der Besinnlichkeit und des gemütliches Beisammensein mit
Menschen, die einem am Herzen liegen, eine Gelegenheit anderen eine
Freude zu machen, und zu gutter Letzt, daß Weihnachten ja
eigentlich die Feier der Geburt Jesus Christus ist - Weihnachten
als christliches Fest.
Der kerzengeschmückte Weihnachtsbaum gehört einfach dazu, um in
Stimmung zu kommen und die entsprechende gemütlich-festliche
Atmosphäre zu schaffen:
er ist heute das Symbol für das Weihnachtsfest.
Haben Sie sich schon jemals gefragt:
Seit wann feiern die Völker dieser Erde eigentlich schon
Weihnachten?
Die Feier des Weihnachtsfestes ist erstmalig 354 n. Chr. in Rom
belegt.
Die junge christliche Kirche feierte ursprünglich die Taufe als
Erscheinung des Herrn am 6. Januar beim Epiphaniasfest (Epiphanie =
Erscheinung des Herrn).
Erst im 4. Jahrhundert nach der Geburt Christi wurde ein Datum für
die Weihnachtsfeier festgelegt, da in der Bibel kein genauer Tag
der Geburt Christi dokumentiert war: wider Erwarten war dies der
25. Dezember. Es wird allgemein angenommen, daß der wesentliche
Beweggrund der Wahl dieses Datums darin zu finden ist, daß die
Kirchväter der ersten Stunden wohl ahnten, dass die im
Naturgeschehen verwurzelten Bräuche der vorchristlichen
"heidnischen" Religionen nicht so einfach auszurotten gewesen wären
und datierten daher strategisch geschickt das zweitwichtigste Fest
des Christentums auf den 25. Dezember, den vom Sonnenkult
bestimmten Tag...
Im römischen Reich gab es die weit verbreitete vorchristliche
Mithrasreligion in dessen Zentrum die Verehrung der "sol invictus",
der unbesiegbaren Sonne, stand: Das Hauptfest dieser "heidnischen"
Religion wurde am 25. Dezember - dem Tag der Sonnenwende -
gefeiert, wobei zu Ehren der neu aufsteigenden "Siegerin Sonne"
große Feuer angezündet wurden.
Die Griechen, Ägyptern und Syrern feierten ebenfalls am 25.
Dezember den Geburtstag des 'unbsiegbaren Sonnengottes' und die
Juden das Chanukka-Fest.
Nördlich der Alpen wurde das germanische Jul-Fest gefeiert: es gab
Dämonenbeschwörungen zwischen dem 21.Dezember und dem 06.Januar
(sogenannte Rauhnächte). Höhepunkt dieses Festes war der Tag der
Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres: der 25. Dezember.
Im 6. Jahrhundert wurde das Weihnachtsfest durch Kaiser Justitian
zum gesetzlichen Feiertag erklärt und hat sich dann im Laufe der
Jahrunderte immer weiter verbreitet.
Verfolgt man die Wortgeschichte unserer heutigen Bezeichnung
"Weihnachten", so zeigt sich daß dies seinen Usprung in dem
Mittelhochdeutschen "ze den wihen nahten" findet, was soviel wie
"in den heiligen Nächten" bedeutet - und somit ist zumindest
etmylogisch ein stärkerer Bezug zum Mittelwinterfest als zum
Geburtsfest Christi festzustellen. Streng genommen verweist also
die Bezeichnung "Weihnachtsbaum" auf die heidnisch-germanische, die
Bezeichnung "Christbaum" hingegen auf die christliche Tradition.
Und wer hat eigentlich den Weihnachtsbaum erfunden?
Der Tannenbaumbrauch in der heutigen Form ist noch keine 400 Jahre
alt und - wiederum erstaunlich - scheinbar eine aus Sicht der
christilichen Kirche gesehen eher ungewollte Entwicklung, da diese
ihren Ursprung wiederum in den heidnischen Sitten der
Mittwinterzeit findet.
Eine Sitte der Mittwinterzeit war das Hineinholen eines sogenannten
"Wintermaien" ins Haus, um Dämonen und Geister zu vertreiben, das
Frühjahr zu bringen und Fruchtbarkeit zu fördern. Da es nicht immer
gelang, Obstbaumzweige - die ursprünglichen "Wintermaien" -
rechtzeitig zum Blühen zu bringen, setzten sich die immergrünen
Zweige zunehmend und ab dem 16. Jahrundert in einer stehenden Form
zunehmend durch. Um 1605 sollen erste geschmückte aber kerzenlose
Bäume in Straßburg die Stuben verschönert haben. Im 18. Jahrhundert
wurde der ursprünglich vorchristliche Brauch dann christlich
umgedeutet, nachdem allerlei Versuche der Christlichen Kirche, das
tief im Volk verwurzelte heidnische Brauchtum zu verbieten,
fehlgeschlagen waren.
Im 19. Jahrhundert mit der Biedermeierzeit wird der Weihnachtsbaum
eleganter Mittelpunkt des Weihnachtsfestes der gutbürgerlichen
Familien, während der Adventskranz als "Weihnachtsbaumersatz" für
die ärmeren Bevölkerungsschichten geboren wird. 1816 bringt die
Gattin des Erzherzogs Karls, Sieger von Aspern über Napoleon, den
Brauch nach Wien für Ihr erstes Kind und für jeden Monat des Jahres
1 Kerze an den Baum zu hängen und zu schmücken. Nur wenige
Jahrzehnte später, im Jahre 1882, wird über den ersten mit
elektrischem Licht beleuchteten Weihnachtsbaum in den USA berichtet
und eine regelrechte "Weihnachtsindustrie" begann sich zu
entwickeln. So wurde z.B. 1866 der erste gußeiserne
Weihnachtsbaumständer patentiert und ab 1870 die erste industrielle
Produktion von Christbaumschmuck verzeichnet.
Ab 1900 trat der Weihnachtsbaum seinen Siegeszug durch die Welt an
- heute ist in 90% aller deutschen Haushalte mit mindestens 3
Personen der Christbaum Pflichtbestandteil des Weihnachtsfestes.
Allein in Deutschland wurden im Jahr 2000 ca. 23 mio.
Weihnachtsbäume verkauft, wobei die Nordmanntanne sich aufgrund
seiner geringen Neigung zum Nadeln mit jedem Jahr zunehmender
Beliebtheit erfreut. So betrug der wertmässige Marktanteil der
Nordmanntanne in 2000 ganze 52%, gefolgt von der Blaufichte mit 16%
und der ,Edeltanne' mit 10%. Ebenfalls ist festzustellen, daß
"gutes Aussehen" für die Käufer der immer entscheidendere Kaufgrund
wird und der Preis nur noch eine untergeordnete Rolle spielt - der
perfekte Weihnachtsbaum ist immer mehr gefragt.
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